Verteidigungsmittel im Notfall

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Verteidigungsmittel im Notfall

Nach Silvester 2015/16 gibt es in der Bevölkerung viel Unsicherheit. Ist die Polizei im Stande, mich im Notfall zu beschützen? Oft liest man von unterbesetzten Polizeidienststellen und Kriminellen Hotspots in Städten, wo Polizeipräsenz fehlt.

 Werden mir umstehende Menschen bei einem Überfall zur Seite stehen? Viele haben Angst und laufen lieber weg, um nicht selbst in Gefahr zu geraten- was durchaus verständlich ist...

Was kann ich tun, wenn ich nicht der Typ für Selbstverteidigungskurs oder Kampfsport bin? Zierliche Frauen, ältere Personen oder einfach Menschen, die sich es nicht zutrauen, einen Angreifer zu überwältigen haben dennoch Möglichkeiten, sich zu schützen.

Wichtig: das eigene Umfeld/ Umgebung beobachte

Grundsätzlich ist es ratsam, sich nicht nur auf das eigene Smartphone zu konzentrieren, sondern wachsam die direkte Umgebung zu beobachten. In der U-Bahn z.B., sitzen noch andere Personen im Abteil, die vertrauenswürdig wirken oder bin ich ganz alleine? Steigen unangenehme Personen zu und wo sitzen sie? Ist der Ausstieg für den Notfall in der Nähe? Untersuchungen haben ergeben, dass Personen die z.B. einen Anschlag oder Angriff vorhaben sich oft auffällig nervös und unruhig verhalten. Wiederkehrende Bewegungsmuster oder hektische Aktionen bei Personen in unmittelbarer Nähe sollten mit Vorsicht bedacht werden.

Ein natürliches Angstempfinden ist gesund und evolutionär bedeutsam. Die Flucht vor einer drohenden Gefahr ist immer das erste Mittel, um einer Verletzung oder dem Tod zu entkommen.

Ist dies aufgrund von räumlichen Verhältnissen oder der Situation nicht möglich, gibt es eine Reihe von legalen Mitteln der Selbstverteidigung, die ohne großartiges Training oder Fitness eingesetzt werden können.

Womit darf ich mich effektiv gegen einen Angreifer wehren?

Pfefferspray- Tierabwehrspray

...darf ohne Altersbeschränkung erworben werden und mitgeführt werden. Es führt zu Augen - und Atemwegsreizung, hat aber keine Langzeitschäden zur Folge. Bei der Handhabung ist darauf zu achten, dass man nicht selbst mit dem Wirkstoff in Kontakt kommt. 

Es werden unterschiedliche Produkte angeboten. So gibt es den Wirkstoff auch in Gelform oder in Verbindung mit einem Farbstoff, der den Angreifer dauerhaft markiert. 

Die deutsche Polizei verwendet Pfefferspray auch bei Demonstrationen, um Störer zurückzudrängen. Es ist in verschiedenen Mengengrößen erhältlich, passt gut in jede Hand- bzw. Hosentasche. Der Abwehrstoff ist in Form von Schaum, Spray oder Sprühstrahl im Handel vorrätig. Selbstschutz ist oberste Priorität! Deshalb sollte der Umgang gezielt und umsichtig erfolgen, um sich nicht selbst zu verletzen.

Achtung: Tierabwehrspray darf nicht gegen Menschen eingesetzt werden. Wenn aber kein anderes Mittel zur Verfügung steht, dann liegt es an jedem selbst, ob man doch davon Gebrauch macht oder sich dem Willen des Angreifers unterwirft.

Reizstoffsprühgeräte (z.B. CS- Gas)

... sind nur gegen menschliche Angreifer zugelassen und können ab dem 14. Lebensjahr erworben werden. Dabei sollte auf Qualität geachtet werden, denn ohne das erforderliche Prüfzeichen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt stellt es einen Verstoß gegen das Waffengesetz dar und ist somit verboten. Bei CS- gas kann es unter Umständen zu dauerhafter Schädigung der Atemwege kommen, falls eine Vorerkrankung vorliegt.

 Um um Hilfe zu rufen, ist ein sogenannter Taschenalarm empfehlenswert, den es zu kleinen Preis zu kaufen gibt und der durch seine Lautstärke manchen Angreifer abhält. Per Knopfdruck ertöhnt ein unangenehm lauter Warnton, der Aufmerksamkeit erzeugt.